Scharlach

Die bekannte Kinderkrankheit

Scharlach oder auch Scarlatina genannt ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich bei Kindern im Alter von 3 – 9 Jahren vorkommt.

Aber auch Erwachsene können von der Erkrankung betroffen sein. Es gibt 2 Gründe, weshalb eher Kinder von der Erkrankung betroffen sind:
1. Die Abwehrkräfte sind noch zu schwach.
2. Eine erwachsene Person litt meistens schon an Scharlach und ist immun gegen den Erreger.

Ursachen

Auslöser der Krankheit sind die Bakterien Streptokokken pyogenes. Diese werden durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Bei den betroffenen Personen setzen sie sich an den Schleimhäuten ab.

Durch das Toxin, welches die Bakterien produzieren, werden die Kapillaren (kleinste Blutgefäße) geschädigt. Dies sorgt für den typischen Ausschlag.

Symptome von Scharlach

Die ersten Symptome von Scharlach 
sind gar nicht als solche erkennbar, sondern ähneln eher einer normalen Erkältung.

Nach 1 – 3 Tagen der Infektion macht sich Fieber und allgemeines Unwohlsein bemerkbar. Auch Halsschmerzen, Husten, Gliederschmerzen und Schüttelfrost können Symptome bei einer Scharlach Infektion sein.

Nach 3 – 4 Tagen erhält man einen großflächigen Ausschlag (Exanthem). Dieser beginnt meistens von der Brust und breitet sich auf den ganzen Körper aus. Dabei werden Handflächen und Fußsohlen verschont. Auch der Bereich um den Mund wird ausgespart, welches als „Milchbart“ bezeichnet wird.

Eine Besonderheit des Ausschlags ist, dass er im Gegensatz zu anderen Ausschlägen nicht juckt.

Im späteren Verlauf der Krankheit kommt die sogenannte Himbeerzunge hinzu. Dies gilt als sicherstes Zeichen von Scharlach. Da bedingt durch die anderen Symptome wahrscheinlich schon ein Test auf Scharlach gemacht wurde, wissen Betroffene schon vorher, um welche Erkrankung es sich handelt.

Behandlung

Die Behandlung von Scharlach erfolgt immer durch einen Arzt. Dieser wird Antibiotika (meistens Penicillin) verordnen. Sollte eine Allergie auf Penicillin bestehen, werden auch Alternativen wie z.B. Cephalosporin verordnet. Nur durch die richtig Behandlung kann gewährleistet werden, dass die Erkrankung ohne Folgen verheilt.

Im Allgemeinen sollte die Behandlung mit Antibiotika ca. 7 – 10 Tage erfolgen, manchmal auch bis zu 14 Tage. Die Einnahme von Antibiotika sollte auf keinen Fall vorzeitig abgebrochen werden.

Nicht nur Scharlach an sich, sondern auch die Symptome sollten behandelt werden. So werden spezielle Mittel gegen Fieber eingesetzt (z.B. Paracetamol).

Gegen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden helfen schmerzlindernde Lutschtabletten und Gurgeln von Kamillentee.

Außerdem sollte der Erkrankte die ersten Tage Bettruhe einhalten und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Tipp: In der Nacht ist das Risiko für Husten sehr groß. Deshalb sollte auf eine hohe Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Dies kann durch spezielle Luftbefeuchter erfolgen oder durch nasse Tücher, die über die Heizung gelegt werden.

Ist eine Zweitinfektion möglich?

Nach einer Infektion mit Scharlach ist die betreffende Person immun gegen die Erkrankung. Eine Zweitinfektion ist allerdings nicht ausgeschlossen, z.B. wenn der Erreger von einer anderen Bakteriengruppe stammt.

Ansteckung

Die Ansteckung von Scharlach ist vor allem bei größeren Menschengruppen sehr hoch. Dies ist z.B. in Schulen, Kindergärten oder Unis der Fall.

Durch die Tröpfcheninfektion wird der Erreger relativ leicht übertragen, was die Ansteckung sehr einfach macht.

Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz besteht eine Meldepflicht in Deutschland nur in den Bundesländern Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

In öffentlichen Einrichtungen sind die verantwortlichen Personen allerdings verpflichtet, eine Scharlach Infektion beim Gesundheitsamt zu melden.

Schutz vor Scharlach

Einen Impfstoff gegen Scharlach gibt es nicht. Betreffende Personen, die mit Scharlach infiziert wurden, sollten öffentliche Plätze meiden. Auch im familiären Umfeld sollte Hygiene an oberster Stelle stehen. Dies kann geschehen, in dem man z.B. Papierhandtücher verwendet und diese nach Gebrauch richtig entsorgt.

Schwangerschaft

Bei schwangeren Frauen sind Erkrankungen immer ein heikles Thema. Bei Scharlach besteht allerdings kein Grund zur Sorge. Die meisten Frauen (und auch die Ungeborenen) überstehen die Erkrankung ohne Probleme.

Gut zu wissen: Babys bis 6 Monate sind automatisch durch die Antikörper der Mutter geschützt.

 

 

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