Hormonumstellung

Ganz entspannt in die Wechseljahre

Schweißausbrüche, Schlafstörungen, keine Lust auf Sex, Herzklopfen oder Stimmungsschwankungen: Viele Frauen um die 50 kennen die Beschwerden der  Wechseljahre nur allzu gut. Jede dritte leidet so stark, dass sie eine Behandlung braucht. Wir verraten Euch die besten Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden.

Bewegung
Cornelia von Hagens, Leiterin der Ambulanz für Naturheilkunde in der Gynäkologie der Uniklinik in Heidelberg, schlägt zunächst eine Änderung des Lebensstils vor: Frauen, die sich regelmäßig bewegen, leiden seltener unter Stress, Ängsten, Depressionen, Reizbarkeit, Kopfschmerzen oder Sexualproblemen und haben eine bessere Lebensqualität. "Sport hat den angenehmen Nebeneffekt, dass er gleichzeitig das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Brustkrebs senkt", sagt von Hagens. Hilft Bewegung Osteoporose vorzubeugen und das Gewicht zu halten, wenn der Energiebedarf des Körpers sinkt. Hört man mit dem Rauchen auf, kann das Hitzewallungen lindern.

Ernährung
Achten Sie auf gesunde Ernährung – selten Fleisch, viel Gemüse und Obst, wenig tierische Fette, öfter mal Fisch und fettarme Milchprodukte. Der drohenden Osteoporose sollte man mit besonders vielen Milchprodukten begegnen. Und da die herz- und gefäßschützende Wirkung der Östrogene weniger wird, sollte man besonders auf herzschützende Fette wie Lein-, Raps- oder Olivenöl achten. Gut sind sojahaltige Lebensmittel wie Tofu und Miso. Die enthaltenen Phytoöstrogene mildern die nachlassende Produktion körpereigener Hormone ab.
Wer Hitzewallungen hat, sollte mit Alkohol, scharfen Gewürzen und heißen Getränken vorsichtig sein: sie erweitern die Blutgefäße und verstärken so das Schwitzen.

Akupunktur
Eine wirksamere Alternative mit weniger Nebenwirkungen scheint Akupunktur zu sein: Eine Studie belegt, dass das Nadeln an den klassischen Akupunktur-Punkten Hitzewallungen besser lindert als eine Schein-Akupunktur. Chinesische Kräuter halfen dagegen nicht mehr als Placebo-Kräuter.

Entspannung
Yoga, Qigong, Autogenes Training, Muskelentspannungstraining nach Jacobson oder Entspannungsmethoden wie Atemübungen, mindern Hitzewallungen und fördern das Wohlbefinden. Yoga beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv, vermindert Herzrasen und trägt zu seelischer Ausgeglichenheit bei, wie mittlerweile durch viele Studien gesichert ist. Informiert Euch bei Eurer Krankenkasse über die Bezuschussung entsprechender Kurse. Viele Wechseljahrsbeschwerden wie depressive Verstimmungen, Nervosität und Unruhzustände lassen sich durch den gezielten Stressabbau deutlich lindern.

Sauna
Wer regelmäßig in die Sauna geht, kommt mit Hitzewallungen besser zurecht. Genau wie beim Ausdauersport wird der Körper beim Saunieren trainiert, mit Temperaturschwankungen besser umzugehen.

Sex
Da die Regelblutung wegfällt, und auch die Angst, schwanger zu werden, erleben viele Frauen in oder nach den Wechseljahren eine neue, freiere Sexualität. Allerdings führt der Hormonabfall häufig dazu, dass die Scheide trockener wird, was den Geschlechtsverkehr unangenehm oder gar schmerzhaft machen kann. Gleitmittel helfen – man kann welche aus der Apotheke verwenden oder zum Beispiel einfach nur Olivenöl. Übrigens: Wer regelmäßig Geschlechtsverkehr hat, hat meistens weniger Probleme mit einer trockenen Scheide als Frauen, die nur gelegentlich mit ihrem Partner schlafen.

Hormone
Manchmal wird alles zu viel: hochroter Kopf und nassgeschwitzte Haare beim Job-Termin, durchgeschwitzte Laken und schlaflose Nächte, steife Gelenke und schmerzende Muskeln, die an Sport nicht mal denken lassen – dann sollte man gemeinsam mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt überlegen, ob Hormone für eine begrenzte Zeit nicht doch die beste Lösung sind. Die Dosis sollte dann möglichst gering sein. Ziel ist nicht, dass die Hitzewallungen komplett weg sind, sondern dass sie gut erträglich sind. Dann spürt man seinen Körper noch – und merkt auch, ab wann man die Hormone nicht mehr braucht.
Wer durchgehend die Anti-Baby-Pille nimmt, kann nicht erkennen, ob noch ein Eisprung stattfindet und die Verhütung überhaupt noch notwendig ist. Mit etwa 40 Jahren sollte man die Pille absetzen, da das Thrombose- und Schlaganfallrisiko mit dem Alter zunimmt. Wer regelmäßig Sex hat, kann sich die Spirale legen lassen und so lange behalten, bis ein Jahr lang keine Blutung mehr aufgetreten ist. Sonst sind auch Kondome eine gute Alternative für den Übergang.

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Unsere Buchtipps zum Thema


In Ihrem Buch: Ab 40 – gesund und munter durch hormonelle Turbulenzen, erklärt Heide Fischer, Fachfrau für ganzheitliche Frauengesundheit, informativ und unterhaltsam, wie man mit Naturheilkunde das Selbstheilungspotenzial des Körpers aktiviert. Das Buch erklärt verständlich die Hormonzusammenhänge und informiert Frauen mit hilfreichen Tipps und kompetenten Fachwissen mehr über ihren Körper zu verstehen, um gelassener mit den hormonellen Turbulenzen umzugehen und gesundheitliche Einschränkungen zu beheben. Ein tolles Buch, das jede betroffene Frau lesen sollte.
>> Ab 40 – gesund und munter durch hormonelle Turbulenzen: Naturheilkunde, medizinisches Wissen und Selbsthilfe für Frauen, die mitten im Leben stehen, Nymphenburger Verlag, 20,00 Euro.

 

Das Buch „Entspannt durch die Wechseljahre“ von Anti-Aging-Mediziner Bernd Kleine-Gunk, erklärt medizinisch und umfassend, wie durch die neuen Hormontherapien klimakterische Beschwerden effektiv behandelt werden können. Frauen können sich hier umfassend über die zweite Lebenshälfte bestimmende Phase der Wechseljahre, die Veränderungen im Hormonhaushalt, typische Beschwerden und die Vorzüge der neuen Hormontherapien in der Behandlung informieren. Auf dieser Grundlage können betroffene Frauen selbstbestimmt mit ihrem Frauenarzt ihr individuelles Therapiekonzept planen. Tipps zur Ernährung, komplementäre pflanzliche Arzneien, körperliche Aktivität, Beckenbodentraining und stimmungsaufhellende Maßnahmen runden die Behandlung optimal ab.
>> Entspannt durch die Wechseljahre: Beschwerdefrei dank der neuen Hormontherapien, Bernd Kleine-Gunk, Gräfe und Unzer Verlag, 12,99 Euro.

 

Unser körperliches und seelisches Wohlbefinden hängt maßgeblich von einem ausbalancierten Hormonhaushalt ab. Gerät dieser aus dem Gleichgewicht, hat das weitreichende Konsequenzen. Eine wirkungsvolle und gesunde Alternative zu künstlichen Hormonen ist die natürliche Hormontherapie nach Rimkus. Dr. Thomas Beck erklärt in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zu dieser Therapieform, die Dr. Volker Rimkus in seiner 30-jährigen Praxisarbeit als Frauenarzt entwickelt hat. Frauen mit typischen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen erfahren mithilfe bioidentischer Hormone eine schnelle Besserung, aber auch Männern, Jugendlichen, Frauen mit Kinderwunsch oder PMS kann mit der Rimkus®-Methode geholfen werden.
>> Natürliche Hormone: Mehr Gesundheit und Lebensfreude durch einen ausgeglichenen Hormonhaushalt. Die Rimkus®-Methode, Dr. Thomas Beck, Südwest Verlag, 19,99 Euro.

 

Der Ratgeber „ Wechseljahre“ von Annette Bopp informiert ausführlich, sachlich und gleichzeitig sehr einfühlsam über Veränderungen, mögliche Beschwerden und Wege selbstbewusst damit umzugehen. Er bietet umfassende Informationen und aktuelle Fakten zur Hormontherapie und zeigt Wirkungen und Nebenwirkungen der gängigen Medikamente auf. Tipps und Tricks für den Alltag sowie Anregungen zur Förderung der eigenen Lebensqualität unterstützen die Frauen, in der nicht immer einfachen Zeit der Umstellung. Ein tolles Buch, das die Frau durch den Wandel begleitet, ihr hilft, individuell passende Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen.
>> Wechseljahre: Den eigenen Weg finden, Annette Bopp,
Stiftung Warentest, 19,90 Euro.


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